Der Gesprächskreis 'Pflegende Angehörige' lädt ein zum Vortrag:

Möglichkeiten der Bewältigung von Schock und Trauma, unter besonderer Berücksichtigung von Krieg und Vertreibung

Referentin: Eva Cohaus aus Nottuln  (Heikpraktikerin für Psychotherapie und zertifizierte Traumatherapeutin)

 


Datum              16. April 2012
Zeit 19:30 bis ca.21:00 Uhr
Ort Kolping-Seniorenstube

 

Der Eintritt ist frei. 

 

In diesem Vortrag sollen Ursachen, Symptome und Bewältigungsmöglichkeiten von Schock und Trauma einfach und verständlich vorgestellt werden.

Einem Trauma können wir manchmal nicht entkommen: in einen Autounfall verwickelt zu sein oder Zeuge zu sein, wie Menschen verletzt werden oder gar umkommen, ein Krankenhausaufenthalt als Kind, als „Frühchen“ die ersten Lebenswochen im Brutkasten zu verbringen, Gewalt oder Alkoholismus in der Familie, der Verlust eines geliebten Menschen – all dies gilt in der Fachwelt als traumatisierend.

Wir haben als Gesamtheit in Deutschland  noch ein weiteres Trauma zu bewältigen: das des 2. Weltkrieges, in dem viele junge Männer als Soldaten traumatisiert wurden, und ihre Familien, die mit dem Verlust der gefallenen Soldaten oder mit den schwertraumatisierten Kriegsheimkehrern zu leben  lernen mussten.

Die Zivilbevölkerung war betroffen durch Bombenanschläge und durch die Besetzung durch feindliche Truppen. Besonders schwer traf es die große Zahl der Vertriebenen, die nicht nur ihre Heimat, ihr Hab und Gut und oft Familienangehörige verloren, die die Flucht überstehen mussten, sondern die in der neuen Heimat dann oft noch von Ausgrenzung betroffen waren.

Der Krieg war lange ein Tabuthema, denn wir als Deutsche hatten über Jahrzehnte hinweg an dem Stigma der „bösen Nazis“ schwer zu tragen. Heute brechen diese Traumatisierungen auf, alte Menschen, die den Krieg noch erlebt haben, beginnen zu reden. Endlich über das Grauen, das sie erlebt haben, reden zu können, kann sehr heilsam sein, kann die Selbstheilungskräfte ankurbeln.

 

Neuere Wege in der Psychotherapie betonen, wie wichtig es ist, diese Selbstheilungskräfte zu aktivieren. Symptome wie Schlaflosigkeit, innere Unruhe, schnelle Gereiztheit oder dauernde Lustlosigkeit sind keine Seltenheit bei einem Trauma. Auch scheinbar unbegründete Ängste, Schweißausbrüche, Zittern, das Gefühl, in bestimmten Situationen „nicht da“ zu sein, hartnäckige Kopfschmerzen, Migräne, anhaltende Müdigkeit oder Erschöpfung, unerklärliche Störungen im Magen/Darmbereich, ein Herz, das scheinbar ohne Anlass wie wild schlägt, können Hinweise auf ein Trauma sein.

In diesem Vortrag werden die Auswirkungen solch schwerer Ereignisse im Leben und mögliche Lösungsansätze aufgezeigt. Im Anschluss an den Vortrag ist Zeit für Fragen und Diskussion.

 

Weitere Informationen erteilen Elisabeth Neiteler Tel. 02502/227910  und                          Mary Buddendieck Tel. 02502/6715

   

St. Martinus Nottuln  

   

Stapelfeld  

   

Ich bin im Kolping, weil ...  

   

Bildverzeichnis