Familienkreis 1

Der Familienkreis 1 der Kolpingsfamilie Nottuln hat am letzten Freitag (10.06.2022) den Bioenergiepark Saerbeck besucht. Nach einem gemeinsamen Kaffeetrinken in der Luncherie zeigte Heinz Klostermann, langjähriges Mitglied des Gemeinderats Saerbeck, in einer interessanten Führung auf, wie die Gemeinde Saerbeck das Konzept für den Bioenergiepark entwickelt und umgesetzt hat. Dabei wurde zum Teil mit einer gewissen Bauernschläue vorgegangen, um das ehemalige Militärgelände für die nachhaltige Erzeugung von Energie aus Photovoltaik, Wind, Biogas und Biomüll nutzen zu können. Mittlerweile erzeugen die Energieanlagen ein Mehrfaches des Strombedarfs der Gemeinde. Schlüssel zum Erfolg war die Gewinnung von lokalen Investoren und eine intensive Bürgerbeteiligung.

Im Anschluß machten die Teilnehmer noch einen kurzen Abstecher zur Baustelle des Enapter-Campus. Hier entsteht auf einem 76.000 qm großen Gelände in der Nähe des Bioenergieparks ein riesiges Werk, in dem pro Jahr mehr als 100.000 Elektrolyseure produziert werden sollen. Mit diesen Geräten in der Größe einer Mikrowelle kann grüner Wasserstoff erzeugt werden. Das Werk wird mit Strom und Fernwärme aus dem Bioenergiepark versorgt werden. Zusammen mit der Enapter-eigenen Photovoltaikanlage und dem beim Testen der Elektrolyseure erzeugten Wasserstoff wird das Werk ohne fremde Energie betrieben werden. Die Produktion soll mit über 300 qualifizierten MitarbeiterInnen erfolgen. Ziel des Unternehmens ist es, die Kosten durch Massenproduktion derart zu senken, dass die Elektrolyseure auch für den Hausgebrauch eingesetzt werden können. Damit ließe sich, vereinfacht dargestellt, während der Sommerzeit Wasserstoff aus überschüssigem PV-Strom erzeugen und in der sonnenarmen Zeit per Brennstoffzelle wieder in Strom umwandeln.

Zu Beginn der 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts haben Auszubildende der Zeche Prosper-Haniel auf der Halde Haniel in Bottrop einen Kreuzweg errichtet. Die Bilder dazu wurden von der Ordensfrau und Künstlerin Tisa von der Schulenburg gestaltet. Die einzelnen Stationen - jeweils einem Förderturm nachempfunden - auf dem Weg bis hinauf zum Gipfel der Halde sind thematisch ergänzt um Elemente und Geräte aus dem Bergbau. Auf der Basis christlicher Kreuzwegtradition ist das gesamte Ensemble mit den Inschriften, Zitaten und Meditationstexten dem Leben und Los der Bergarbeiter dieser Zeit und dem Niedergang der Kohleförderung im gesamten Revier gewidmet.

„Treue leben in Gemeinschaften und Beziehungen“ war das Thema, mit dem sich der Familienkreis 1 in der Kolpingsfamilie Nottuln anlässlich seines 35-jährigen Bestehens beschäftigte. Um den Anlass unter den gegebenen Bedingungen angemessen begehen zu können, war die Kolping-Bildungsstätte in Coesfeld der geeignete Ort. Die meisten der 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten sich für die Anreise mit dem Fahrrad entschieden und ließen sich dabei von Hanne und Hermann Nienkemper am Rand der Baumberge nach Coesfeld führen.

Aus ursprünglich fünf Familien im Jahr 1985 entwickelte sich im Laufe der Jahrzehnte ein Kreis von 44 Personen. Es hat in den Jahren immer wieder Wechsel gegeben, Familien - und später  - Paare kamen hinzu bzw. verließen den Kreis wieder. Die Verbindung mit der Kolpingsfamilie Nottuln war von den Gründern von Anfang an gewollt. Der Verband mit seiner u.a. auf Familien und soziale Fragen ausgerichteten Arbeit war attraktiv. In den ersten Jahren nach der Gründung erfuhr der neue Kreis vielfältige Unterstützung vor allem durch Paul Thiele, Willi Austermann und den kürzlich verstorbenen Helmut Brake.

   

St. Martinus Nottuln  

   

Stapelfeld  

   

Ich bin im Kolping, weil ...  

   

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